1% für die Umwelt

Meine Zeiten auf Fuerteventura – eindrucksvoll.

An einem Strand auf Fuerteventura

Auf meiner ersten mehrmonatigen Reise 2015 nach Fuerteventura, konnte ich einwenig in den Surf Lifestyle eintauchen. Das Leben ist locker und unbeschwert, auf der von Sonne, Wind und Wellen geprägten Insel. Neben den Pauschaltouristen im Süden, zieht der Norden der Insel Wind-, Kitesurfer und Wellenreiter magisch an. Nicht umsonst nennen die Surfer Fuerteventura das „Hawaii Europas“. Individualisten, die in den Tag hinein leben, für das Leben hier und jetzt brennen. Menschen abseits des Mainstreams, denen die Sonneninsel viel Weite, Einsamkeit, kilometerlange Strände, fast immer Wind und Swell und natürlich eine internationale Surf Community bietet.

„Plastic Kills“!

Clean Ocean Project Shop in El Cotillo
Clean Ocean Project Shop in El Cotillo

Das Leben ist sonnig auf Fuerteventura. So unbeschwert die Surfszene in den Tag hinein lebt, so engagiert ist sie in Sachen Umweltschutz und Klima andererseits. Das überraschte mich. Den Morgenkaffee, der zum Strand mitgeht, holt man sich im eigenen Edelstahl „to go“ Häferl. Und auch Plastiksticks zum Umrühren sind unerwünscht, Plastik Strohalme sowieso. In den Surfläden stehen Zahnbürsten aus Holz, nur kein Plastik bitte. Das Wasser für den Beach wird zu Hause aus 5 Liter Kanistern in eine hydroflask Flasche umgepumpt, denn „plastic kills“.

Die Bilder, die ich an einsamen Stränden im Naturreservat Isla Lobos zu sehen bekam, gaben mir zu denken. Plastik überall: PET Flaschen, Öldosen, Becher, Plastiktaschen, Tauwerk von Schiffen, Styropor, das ganze Programm eben. Das Clean Ocean Project rückt regelmässig zu organisierten „beach cleans“ aus, um die Strände zu säubern, stellt an Stränden aus Paletten zusammengebaute Plastik Recycling Stationen auf. Tonnen an Plastik werden so nur auf Fuerteventura jährlich gesammelt. Und das Schlimmste, wir sehen noch nicht einmal 10% des Plastikmülls. Der „Rest“ liegt irgendwo im Meer versteckt am Grund, treibt in grossen Müllhalden durchs Meer. Wale filtern Plastik aus dem Wasser, verenden, für Schildkröten werden Plastiktaschen zur tödlichen Falle, Delphine, Haie und Thunfische verenden in achtlos weggeworfenen Plastikleinen.

„Let My People Go Surfing!“

Das alles motivierte mich. Ich sollte auch etwas tun. Wer bei einem Beach Clean dabei war sieht, was eine Handvoll Menschen bewirken kann, wenn sie einen Tag engagiert anpacken.

Im Surfhostel, in dem ich auf Fuerteventura wohnte, kam mir das Buch „Let My People Go Surfing“ von Yvon Chouinard in die Hände. Die Lebens- und Unternehmensgeschichte des Patagonia Gründers faszinierte mich. Selbst Pioneer und Ikone des Bigwall Kletterns, machte Yvon Chouinard die Zweitbegehung von „The Nose“ am „El Capitan“ im Yosemiti Park in neuer Route, kletterte legendäre Erstbesteigungen, stand in einer Drittbegehung am gefürchteten „Cerro Fitzroy“ und das über eine neue Route, die „California Route“ eben. Das Wetter Patagoniens, das einem Kletterer alles abverlangt, gab dem Unternehmen seinen Namen.

Schon in den 1960iger Jahren machte Yvon Chouinard für den Umweltschutz mobil, setzte sich für den Yosemiti Nationalpark ein und trat gegen Fixseile und Felshaken auf, die begannen Bigwall Wände zu zerstören. Und auch als Patagonia zum Milliarden Unternehmen wurde, blieb Yvon Chouinard ein bescheidener Minimalist, zeigte Finanzinvestoren die Tür, die anstanden und stehen das Unternehmen zu kaufen und intensivierte sein Engagement für den Umweltschutz. 2002 gründete der begeisterte Fliegenfischer Chouinard zusammen mit Craig Mathews, dem Gründer von „Blue Ribbon Flies“, die Organisation „1% FOR THE PLANET“.

1% FOR THE PLANET – ich mache mit!

Ich bin dabei! Was Impressionen von einer Sonneninsel und ein Buch bewirken können. Bei der „1% FOR THE PLANET“ Initiative, spenden Unternehmen 1% ihres Jahres-Nettoumsatzes oder 10% des Gewinns. Ab 2021 spende ich 1% meines Nettoumsatzes als Pächter der Ravensburger Hütte, an eine Organisation, in der Geld nicht in einer aufgeblähten Organisation versickert. Die Mittel gehen direkt an geprüfte Projekte und Initiativen und ich kann mitentscheiden, wohin mein Beitrag fliesst. Das alles war wichtig für mich, denn ich will kein gutes Gewissen, sondern etwas bewirken.

Das Logo von 1% for the Planet
Das Logo von 1% for the planet

Die Surfszene auf Fuerteventura hat mir gezeigt, was wenige in Sachen Umweltschutz bewirken können, wenn sie richtig anpacken und aus dem Mainstream ausscheren. Auf der Plattform Patagonia Action Works findet jeder Möglichkeiten mit anzupacken, in Tirol, den kanarischen Inseln oder Australien, überall. Mal sehen, wo ich anpacken kann, das Feuer brennt. Ich mache mit!

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